Rainer Schünemann

Berichte aus der Bezirksversammlung Wandsbek

Debattenrede: Bebauung Concordia-Stadion

Meine Damen und Herren,

liebe Besucher aus der Oktaviostraße,

Sie haben auf viele wichtige Gesichtspunkte hingewiesen.

Und ich fürchte, Sie haben Recht in Ihrer Wahrnehmung, dass hier still und leise im Ausschuss Fakten geschaffen werden sollten, die nur noch schwer zu korrigieren sind.

Aber wie schwer es auch sein mag: das, was da jetzt als Rahmenbedingungen im Raum steht, darf so nicht durchkommen.

Ich habe den starken Verdacht, dass sich die beiden Regierungsfraktionen CDU und FDP leider nicht mit der angemessenen Sorgfalt mit diesem Vorgang befasst haben.

Erinnern Sie sich an Ihre wehemente Ablehnung eines städtebaulichen Wettbewerbs, so wie er in unserem Änderungsantrag stand? Sie sagten, derartige Auflagen seien dem Investor nicht zuzumuten.

Nun, jetzt kann ich es Ihnen ja sagen: das mit dem städtebaulichen Wettbewerb haben wir nur wiederholt, das stand auch in der Vorlage der Verwaltung, die Sie dann beschlossen haben!

Sie haben auch beschlossen, dass ein Abstand von 8 Metern zwischen Bebauung und Straßenbäumen gelten soll. Was ist das denn für eine Vorgabe? Was ist denn, wenn die Straßenbäume da vielleicht mal weg sind. Üblicherweise wird zur Straßenbegrenzungslinie gemessen. Und ganz wichtig: in dem B-Plan, der für das Gebiet eindeutig prägend ist, gilt ein Abstand von 10 Metern!

Wenn wir nicht darauf aufmerksam gemacht hätten, dass eine Grundflächenzahl von 0,3 bezogen auf das Gesamtgrundstück faktisch eine Bebauung von 50 % der überbaubaren Fläche zur Folge gehabt hätte, dann wäre auch das durchgegangen.

Und wenn wir nicht darauf gedrungen hätten, dann würden jetzt auch noch die Reihenhäuser drin stehen.

Ich hätte mir aber nicht nur mehr Augenmaß und Verantwortungsgefühl, sondern auch mehr Leidenschaft gewünscht. Zum Beispiel von dem sonst so leidenschaftlichen CDU-Abgeordneten, der sogar in der Straße wohnt. Doch obwohl er im Planungsausschuss sitzt, habe ich von ihm in der Sache bisher nichts gehört.

Verehrte Kolleginnen und Kollegen der CDU und FDP: mein ganz ehrliches Anliegen:

holen Sie sich diese Verwaltungsvorlage noch einmal raus, lesen Sie sie sich noch einmal ganz genau durch, machen Sie sich am besten einmal auf den Weg in die Oktaviostraße, treffen Sie die Anwohner vor Ort und überlegen Sie was es bedeutet, wenn einer zu massiven Bebauung Tür und Tor offen gelassen werden, wenn die Tribünenwälle mitsamt dem reichen Baumbestand abgetragen werden und damit der schützenswerte Charakter des Wohnquartiers und des Gehölzes zerstört wird.

Lassen Sie uns dieses Thema im Ausschuss noch einmal gemeinsam gründlich durch gehen und einen tragfähigen Kompromiss finden zwischen den klammen Haushaltsmitteln der Stadt und den wichtigen Interessen der Anwohner. Vielen Dank.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*