Rainer Schünemann

Berichte aus der Bezirksversammlung Wandsbek

Debattenrede in der Bezirksversammlung

Meine Damen und Herren,

liebe Besucherinnen und Besucher insbesondere aus der Oktaviostraße und Marienthal,

in der Dezember-Sitzung dieser Versammlung hatte ich CDU und FDP aufgefordert, sich noch einmal intensiv mit dem zu beschäftigen, was sie da im Planungsausschuss kurzerhand beschlossen hatten: die Rahmenbedingungen für eine Bebauung der Fläche des ehemaligen Concordia-Stadions. Diese würden in der aktuellen Fassung eine viel zu massive Bebauung ermöglichen und zu einer Abholzung der dortigen Randbereiche des Gehölzes führen.

Aus diesem Grund hat sich ja auch sehr schnell und mit viel Energie die Bürgerinitiative gegründet, nachdem die SPD die Anwohner über die Sachlage informiert hatte.

Dafür wurde ich hier öffentlich als Lügner und Brandstifter beschimpft.

Sicherlich liegt es nicht an meinem Apell alleine, dass erfreulicher Weise die FDP mittlerweile ihre Position radikal geändert hat. Auch der Ausbruch des FDP-Fraktionsvorsitzenden gegenüber den Bürgern, bei so viel Widerstand jetzt am liebsten eine achtstöckige Bebauung in die Oktaviostraße setzen zu wollen,  hat sicherlich dazu geführt, dass man ein Friedensangebot an die Anwohner für angebracht hielt.

Wie auch immer, liebe FDP, meinen Respekt dafür, dass Sie hier über Ihren Schatten gesprungen sind!

Wenn nicht gerade in der Kommunalpolitik, wo denn sonst noch, muss sich die Politik unideologisch und pragmatisch mit den Themen beschäftigen und dabei vorallem mit den Menschen vor Ort im Gespräch bleiben.

Die FDP hat das offensichtlich nun getan und dabei herausgekommen ist dieser Antrag, der zu einer Prüfung führen soll, ob es auch ohne einen meistbietenden Großinvestor geht, der das Gebiet selber überplant, sondern mit einer Aufteilung in Einzelgrundstücke zum Verkauf an private Bauherren.

Bei diesem Modell wäre wohl eine angepasste Bebauung am ehesten gewährleistet.

Die SPD-Fraktion wird sich diesem Antrag daher anschließen.

Wobei ich betonen möchte, dass Fragen wie die momentan beschlossene Abtragung der Tribünenwälle mitsamt des reichen Baumbestandes, die Verbreiterung des westlich gelegenen Gehölzweges auf 7 Meter 80, die Abstandsflächen und anderes immer noch ungeklärt sind.

Und es wäre natürlich die Abgabe an einen einzelnen Investor immernoch sinnvoll verträglich denkbar, sofern eben gerade die Rahmenbedingungen für dessen weitere Planung im Sinne der Strukturerhaltung des Milieugebietes Marienthal gestaltet werden würden.

Meine Damen und Herren, wenn ich mir die Absage an die Gemeinschaftsstraße in Wandsbek angucke, und den jüngsten Kurswechsel zum Bau der Beamten-Brücke in der Straße Schloßgarten, der Fußgängerbrücke, die niemand will außer CDU und Verwaltungsapperat, und jetzt diesen Antrag zur Prüfung eines komplett anderen Verfahrens zur Bebauung des Concordia-Stadions, dann wird klar, wer in der CDU-FDP-Koalition neuerdings den Ton angibt.

Uns allen soll das egal sein, solange es wie zumindest in diesem Punkt der Sache und einer Politik dient, die sich wieder an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientiert.

Zum Schluss noch drei konstruktive Vorschläge der SPD zum weiteren Vorgehen:

Erstens: Es wäre sicherlich an der Zeit, dass die Verwaltung und die Bezirksamtsleitung registrieren, welch hohe Wellen das Thema in Marienthal schlägt und welch ernst zu nehmende Sorgen sich die Anwohner machen.  Auch wenn es in diesem Planungsstadium nicht gesetzlich vorgeschrieben ist: mein Tipp: gehen auch Sie auf die Bürger und die Initiative zu, informieren Sie und sorgen Sie für größtmögliche Transparenz.

Zweitens: Ich habe das Gefühl, dass nicht immer jedem hier so ganz klar ist, worüber bei der Concordia-Bebauung im Einzelnen eigentlich gesprochen wird. Darum wäre eine Vor-Ort-Begehung zumindest mit den Fachsprechern der Fraktionen und der Verwaltung gemeinsam mit der Bürgerinitiative sicherlich der Sache sehr dienlich und würde uns ein bisschen hier vom grünen Tisch wegbewegen.

Und drittens meine Bitte an die CDU: stimmen auch Sie dem Antrag Ihres Koalitionspartner zu. Vielen Dank.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*