Rainer Schünemann

Berichte aus der Bezirksversammlung Wandsbek

Weiterentwicklung des Brauhausviertels

SPD-Grüne-Koalition startet Planverfahren für 200 Wohnungen in Rahlstedt

Im Planungsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek hat die SPD-Grüne-Koalition am 11. Juni ein Bebauungsplanverfahren für eine 1,9 ha große Fläche an der Straße Schierenberg in Rahlstedt eingeleitet. Hier sollen 200 Wohnungen entstehen.
Teile der Opposition kritisierten dabei, dass das Gelände derzeit als Gewerbefläche ausgewiesen ist und bei einer Umwandlung für Wohnbebauung Raum für die Ansiedelung von Gewerbebetrieben verloren geht.

Darum möchte ich die Hintergründe dieser Maßnahme aufhellen:

Der Senat hat als Priorität dieser Legislaturperiode die Schaffung von Wohnraum definiert. Für ein koordiniertes Vorgehen und die Feststellung von Potentialen wurden in Wandsbek seit 2011 Wohnungsbauprogramme erstellt. Da die in den Programmen enthaltene Benennung neuer Wohnbauflächen teilweise zu Lasten bestehender Gewerbeflächen erfolgt, kommt einem konsequenten Bestandsflächenmanagement erhöhte Bedeutung zu. Dazu dient unter anderem das Wandsbeker Gewerbeflächenkonzept. Im heterogen geprägten Wandsbek gilt es, mit Augenmaß Flächen sowohl für Dienstleistungen als auch für produzierendes und verarbeitendes Gewerbe, sowie für das Handwerk an den ihnen gemäßen Standorten vorzuhalten.

In Wandsbek werden daher die Interessen des Wohnungsbaus und der Gewerbetreibenden gleichermaßen berücksichtigt.  Weiterlesen

Wohnungsbau kontra Gewerbe?

Gibt es diesen Gegensatz? Gewiss, bei der begrenzten Fläche im Stadtstaat Hamburg gibt es Flächenkonkurrenzen. Übrigens auch gegenüber den Anforderungen des Naturschutzes. Die darin liegende Dramatik ist aber zumindest in Wandsbek längst nicht so groß, wie es nun die Liberalen glauben machen wollen. In der letzten Sitzung der Wandsbeker Bezirksversammlung behauptete der FDP-Vorsitzende, die Wandsbeker Erfolge beim Wohnungsbau seien nur möglich, weil dagegen das Gewerbe vernachlässigt werden würde.

Brachliegende Gewerbefläche in Eilbek (Google Streetview)

Brachliegende Gewerbefläche in Eilbek (Google Streetview)

Wenn die FDP sich gerade verstärkt mit Gewerbeflächen beschäftigt, dann tut sie das vermutlich, um sich im vermeintlichen Mainstream der Wohnungsbauwilligen ein thematisches Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen. Und das, obwohl dieses Thema von der Bezirksverwaltung ebenfalls als sehr wichtig angesehen wird, wie das gerade vorgelegte Gewerbeflächenkonzept zeigt. Naheliegend ist auch, dass der Grund in einer Klientelpolitik liegt, die eine Verknappung des Angebots am Wohnungsmarkt bevorzugt. Für die SPD geht es hingegen um einen klugen und langfristig ausgerichteten Ausgleich zwischen den Flächenbedarfen des Wohnungsbaus und des Gewerbes. Dem Bestandsflächenmanagement kommt dabei eine hohe Bedeutung zu.

In Wandsbek hat es in den vergangenen Jahren Neuausweisungen von 88,5 ha (!) Gewerbeflächen gegeben (Höltigbaum, Merkurpark, Wragenkamp, Güterbahnhof Marienthal und aktuell Jenfelder Au). Es werden im gerade veröffentlichten Wandsbeker Gewerbeflächenkonzept knapp 20 ha freie Gewerbeflächen für ansiedlungswillige oder expandierende Betriebe in Wandsbek genannt. weiter lesen