Rainer Schünemann

Berichte aus der Bezirksversammlung Wandsbek

Die Ernst-Albers-Brücke fehlt!

Die Ernst-Albers-Brücke in Marienthal, die 1935 zusammen mit der A24 erbaut wurde, war eine wichtige Wegverbindung zwischen Marienthal und Horn. Mitte 2010 wurde die Fußgängerbrücke vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) abgerissen, weil sie zum einen stark renovierungsbedürftig und zum anderen nicht barrierefrei war.
Seitdem müssen die Marienthaler weite Umwege in Kauf nehmen. Da es weder einen Bürgersteig noch Fahrradweg gibt, ist der Umweg über den engen Derbyweg auf der Horner Seite gerade für Kinder gefährlich. Zudem fehlt der Lärmschutz an dieser Stelle, denn ohne die neue Brücke kann die Lücke nicht geschlossen werden.

SPD-Antrag Ernst-Albers-Brücke

Eine Grundinstandsetzung der Ernst-Albers-Brücke über die A24 und zusätzliche Lärmschutzwände hätten durch den LSBG längst errichtet werden sollen. Doch aufgrund der Klage einer Anwohnerin, die ihre Privatsphäre durch die höher gelegene Brücke beeinträchtigt sieht, aber auch eigene Alternativplanungen vorgelegt hat, ruht das Bauprojekt nun. Für die Marienthaler, die schon seit Jahren auf den Neubau der Ernst-Albers-Brücke warten, sind die Verzögerungen durch das anhängige Gerichtsverfahren äußerst ärgerlich.

 

Mit einem am 19. September beschlossenen Antrag der Wandsbeker SPD-Fraktion wird die Hamburger Fachbehörde nun aufgefordert, die angebotene Alternative noch einmal neu zu bewerten und sich mit der Klägerin zu einigen, damit die Brücke und die Lärmschutzwand möglichst schnell gebaut werden können.
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Weiterentwicklung des Brauhausviertels

Bebauung am Buchenkamp nur mit weiterer Bürgerbeteiligung

buchenkampAm 23. September fand in der Volksdorfer Räucherkate die dritte Bürgerveranstaltung zur geplanten Bebauung am Buchenkamp statt. Veranstalter war die Ökologische Wohnungsbaugenossenschaft, der das Gelände gehört.

Mein Eindruck war, dass es auch bei der dritten Veranstaltung noch viel Abstimmungs- und vorallem Informationsbedarf gab. Beispielsweise schien nicht klar zu sein, dass die Bezirke landwirtschaftliche Flächen nach einem politischen Beschluss mit einem neuen Planrecht versehen und als Wohngebiet ausweisen können.
Wenn dabei der Wert des Grundstückes steigt, kann der Planungsbegünstigte in Hamburg bislang nur begrenzt dazu verpflichtet werden, den entstandenen Gewinn für Maßnahmen einzusetzen, die direkt dem Gemeinwohl dienen. Zum Beispiel können ihm die Kosten für die Erstellung von Planzeichnungen und Gutachten auferlegt werden. Naturschutzbedingte Ausgleichsmaßnahmen muss er sowieso übernehmen und auch weitere Maßnahmen z.B. für die Erschließung oder soziale Infrastruktur können mit ihm vereinbart werden.
Außerdem haben wir als Vorgabe einen Mindestanteil von 30 % geförderten Wohnungsbau festgelegt und gewährleisten damit einen beträchtlichen Anteil günstigen Wohnraums.  Weiterlesen

Impulse für Eilbek – Entwicklung statt Leerstand

Eilbek ist für seinen Bezirk Wandsbek städtebaulich, mit seiner innerstädtischen Anbindung und mit seiner sozialen Struktur ein prägender und wichtiger Stadtteil. Energetische und bauliche Sanierungsstaus lösen sich allmählich auf und die Attraktivität als Alternative zu anderen Wohnstandorten, auch für Studenten, steigt zusehends.

Problematisch ist die Entwicklung an der Wandsbeker Chaussee (B75), die den Stadtteil in Nord und Süd teilt. Strukturelle Umbruchprozesse haben in den letzten Jahren vermehrt zu Leerstand und unausgewogener Nutzung geführt, wo früher ein vielfältiges und im direkten Umfeld gut angenommenes Einzelhandelsangebot bestand.

Daher scheint es sinnvoll zu sein, im Dialog mit den Eilbekerinnen und Eilbekern, den Geschäftsleuten des bestehenden Einzelhandels und Netzwerken von Akteuren der Stadtplanung in Hamburg nachhaltige Impulse zu setzen und Entwicklungspfade zu konzipieren.  Weiterlesen

CDU will 30.000 € für 5 Parkplätze in Sackgasse ausgeben!

Der Bezirk versprach den Anwohnern im Zikadenweg 2007 fünf neue öffentliche Parkplätze, die von dem Investor der neuen Reihenhaussiedlung bereitgestellt werden sollten. Die Parkplätze wurden zur Bedingung in der Baugenehmigung für den Bauträger. Doch der scherte sich nicht drum und verkaufte die Parkplätze an Privat.

Statt sich gegenüber dem Bauherren durchzusetzen, wollen CDU und Bezirksamtsleitung jetzt 30.000 € aus Bezirksmitteln für neuen Parkflächen ausgeben, um ihr Versprechen doch noch zu erfüllen.

Meine Forderung an die Bezirksamtsleiterin ist, dass sie umgehend für Aufklärung sorgt und klar stellt, ob hier zu Gunsten eines stadtbekannten Bauträgers auf Ansprüche des Bezirks verzichtet wurde. Ein ungeheurer Vorgang, der Wandsbek jetzt 30.000 Euro kosten soll. Damit könnten wir im Bezirk wesentlich wichtigere Dinge tun, z.B. marode Sportanlagen sanieren.

Zu dem Sachverhalt habe ich eine Anfrage an die Bezirksamtsleitung gestellt: weiter lesen

WC-Anlage Wochenmarkt: Endlich tut sich was!

Bei der heruntergekommenen WC-Anlage auf dem Wandsbeker Wochenmarkt soll sich endlich etwas verbessern. Die SPD-Fraktion hat erneut beantragt, dass das Toilettenhäuschen durch eine neue Anlage ersetzt werden soll. Im Juni hatten CDU und FDP den gleichen Antrag noch abgelehnt, jetzt stimmten sie endlich zu. Die Fachbehörde ist nun aufgefordert, die Umsetzung zu veranlassen.

Damit wird sich die Situation für die vielen Besucherinnen und Besucher des Marktes, sowie die Marktbeschicker bald verbessern.

Auch unsere Forderung, dass kurzfristig ein Anstrich und eine Instandsetzung der Anlage durchgeführt wird, wurde angenommen.

Wandsbek bekommt sein „Kulturschloss“

Nachdem jahrelang von vielen Ehrenamtlichen dafür gekämpft wurde, bekommt der Stadtteil Wandsbek jetzt endlich sein eigenes Stadtteilkulturzentrum. Der Umbau eines ehemaligen Bürohauses an der Ecke Brauhausstraße und Königsreihe läuft auf Hochtouren. Wo sich früher Röntgenbilder des LBK stapelten soll demnächst die Kultur zu Hause sein. Jetzt müssen erstmal alle Wände rausgerissen werden, um auf zwei Geschossen einen schönen Veranstaltungssaal, ein Café und großzügige Seminarräume zu bauen.

Einen Namen hat die neue Wandsbeker Institution natürlich auch schon: Kulturschloss Wandsbek. In dem Haus an der Königsreihe 4 sollen demnächst Kultur, Bildung und das Stadtteilleben regieren. Für Wandsbek hat die Gründung des Kulturschlosses eine immense Bedeutung. Endlich wird mit Mitteln des Bezirkes und der Kulturbehörde wieder gut gemacht, was mit der Schließung des Bürgerhauses 2006 verloren ging. Und wir werden noch wesentlich mehr bieten: ein breites Kursangebot, das sowohl für Familien und Senioren, als auch für jeden attraktiv ist, der sich für Musik, Kunst, Tanz, Sprachen, Gesundheit, Bildung und Beratung interessiert. Dazu gibt es verschiedenste Veranstaltungen und Konzerte. weiter lesen

CDU blockiert Verbesserungen

Große Überraschung im Kerngebietsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek am vergangenen Mittwoch: gleich vier Anträge der SPD-Fraktion, die Wandsbeks Erscheinungsbild attraktiver machen sollten, wurden von der CDU blockiert.

Fall 1: Die alte Toilette auf dem Wandsbeker Wochenmarkt sollte von einem privaten Dienstleister betrieben werden, damit wieder ein Mindeststandard an Sauberkeit und Hygiene gewährleistet ist. Kosten für den Steuerzahler: Null Euro. Trotzdem abgelehnt.

Graffiti im Wandsbeker GehölzFall 2: Das Trafo-Häuschen von Vattenfall im Wandsbeker Gehölz an der Jüthornstraße ist rundum mit Graffitis beschmiert. Die Bezirksamtsleitung sollte aufgefordert werden, auf Vattenfall und eine benachbarte Schule zuzugehen und ein gemeinsames Projekt im Kunstunterricht anzuregen. Kosten für den Steuerzahler: Null Euro. Trotzdem abgelehnt.

Fall 3: Neue Farbe und vorallem hellere Beleuchtung für den Fußgängertunnel neben der Robert-Schuman-Brücke. Geringe Kosten, aber wichtig, da viele ältere Menschen sich nicht in den düsteren Tunnel trauen. Trotzdem Anstrich abgelehnt, Beleuchtung soll lediglich geprüft werden.

Fall 4: Die Bezirksamtsleitung soll klären, ob es für eine Kita, die ansonsten den kleinen Park am Rundbunker neben dem Bahnhof Hasselbrook ersetzen würde, alternative Standorte gäbe, um die Grünfläche zu erhalten. Bei realistischen Vorschlägen wäre der Kitabetreiber nach eigenen Angaben bereit umzudenken. Kosten für den Steuerzahler: Null Euro. Trotzdem abgelehnt.

Rainer Schünemann, Regionalsprecher der SPD meint: „Ich verstehe nicht, was die CDU mit dieser Verweigerungshaltung bezwecken will. Ich habe den Eindruck, diese kleinteiligen Angelegenheiten sind der CDU zu trivial. Und tatsächlich wurde die Ablehnung der Verschönerung des Trafo-Häuschens im Gehölz mit der Begründung abgelehnt, das sei, so wörtlich, zu banal!“ Schünemann weiter: „Diese Dinge aber sind es, die in der Summe einen Stadtteil lebenswerter machen. Auch wenn es vielleicht mühsam ist, sich damit zu beschäftigen.“

Übrigens: alle anderen Fraktionen brachten zum wiederholten Mal keinen einzigen Antrag ein.