Rainer Schünemann

Berichte aus der Bezirksversammlung Wandsbek

Wandsbek – der instabile Riese

OrtstypenWandsbek ist mit über 400.000 Einwohnern der weitaus größte Hamburger Bezirk. Als eigenständiges Gemeinwesen wäre Wandsbek nach Duisburg auf Rang 16 der einwohnerstärksten Städte in Deutschland. Wandsbek ist so groß wie Bochum und hat dicht bebaute, urbane Stadtteile genauso wie ländliche Strukturen. Wandsbek hat Villen und Wandsbek hat Großsiedlungen. Und in diesem Bezirk gibt es erhebliche Differenzen in den Einkommensstrukturen, der Lebensverhältnisse und der Chancenverteilung für gesellschaftliche Teilhabe. Eine Hamburger Tageszeitung berichtete daher unlängst über den „gespaltenen Bezirk“ und stellte die sozialen Unterschiede anhand des Anteils an Hartz-IV-Empfängern in den 18 Stadtteilen dar: in der südlichen Hälfte leben 93 % der Leistungsempfänger.

Hamburg gilt im deutschen Vergleich als stark polarisierte Stadt, und Wandsbek ist mit seiner großen Bandbreite an Stadtteiltypen der wohl am stärksten polarisierte Bezirk Hamburgs. Das Hamburger Sozialmonitoring zeigt dazu eine zeitliche Entwicklungstendenz: Die Lage in den ohnehin prosperierenden Gebieten im Norden verbessert sich weiter, während die Gebiete mit den größeren sozialen Problemen hingegen zunehmende negative Tendenzen aufweisen.

Die SPD-Fraktion hat aus diesem Grund gemeinsam mit einem Team von Stadtforschern und -planern von Nexthamburg Wandsbeks spezifische Herausforderungen analysiert und Strategien erarbeitet, mit denen Wandsbek sich für die Zukunft rüsten kann (Wandsbek stabilisieren, Wandsbek Gesicht geben, Wandsbek zusammenhalten). Dabei ging es neben Offensichtlichkeiten auch um versteckte Tendenzen der Polarisierung in „unauffälligen“ Stadtteilen und neben sozioökonomischen Gegensätzen um deutliche Unterschiede in den Altersstrukturen der Stadtteile. Im vergangenen Jahr wurde dazu der „WandsbekImpuls“ als Auftakt eines breiten Bürgerdialogs vorgestellt (www.wandsbekimpuls.de).
Stabilitätsindex Weiterlesen

Strukturerhalt für Rahlstedt beschlossen

Die Feststellung des B-Plans Rahlstedt 127 ist für den Stadtteil eine sehr gute Nachricht: endlich gibt es Sicherheit für die wertvollen städtebaulichen Strukturen. Rahlstedt zeichnet sich in weiten Bereichen durch Einfamilienhäuser, historische Architektur und viel Grün aus. Einiges davon ist bereits verloren gegangen. Das soll jetzt z.B. durch städtebauliche Erhaltungsbereiche geschützt werden. Gleichzeitig wird auch eine angemessene Weiterentwicklung ermöglicht. Ich freue mich auch, dass wir dieses große Projekt in der Bezirksversammlung einstimmig beschlossen haben und alle Fraktionen für Rahlstedt an einem Strang gezogen haben.

Weiterentwicklung des Brauhausviertels

Bebauung am Buchenkamp nur mit weiterer Bürgerbeteiligung

buchenkampAm 23. September fand in der Volksdorfer Räucherkate die dritte Bürgerveranstaltung zur geplanten Bebauung am Buchenkamp statt. Veranstalter war die Ökologische Wohnungsbaugenossenschaft, der das Gelände gehört.

Mein Eindruck war, dass es auch bei der dritten Veranstaltung noch viel Abstimmungs- und vorallem Informationsbedarf gab. Beispielsweise schien nicht klar zu sein, dass die Bezirke landwirtschaftliche Flächen nach einem politischen Beschluss mit einem neuen Planrecht versehen und als Wohngebiet ausweisen können.
Wenn dabei der Wert des Grundstückes steigt, kann der Planungsbegünstigte in Hamburg bislang nur begrenzt dazu verpflichtet werden, den entstandenen Gewinn für Maßnahmen einzusetzen, die direkt dem Gemeinwohl dienen. Zum Beispiel können ihm die Kosten für die Erstellung von Planzeichnungen und Gutachten auferlegt werden. Naturschutzbedingte Ausgleichsmaßnahmen muss er sowieso übernehmen und auch weitere Maßnahmen z.B. für die Erschließung oder soziale Infrastruktur können mit ihm vereinbart werden.
Außerdem haben wir als Vorgabe einen Mindestanteil von 30 % geförderten Wohnungsbau festgelegt und gewährleisten damit einen beträchtlichen Anteil günstigen Wohnraums.  Weiterlesen

Budnikowsky bekennt sich zu Wandsbek – SPD fordert Ausbau des Wandse-Wanderweges

Die Drogeriemarktkette Budnikowsky plant einen Umbau ihres Firmensitzes in der Wandsbeker Königstraße und will ihre Verwaltung in Wandsbek stärken. Zur Zeit befindet sich dort neben der Verwaltung eine große Lagerhalle. Diese soll in den nächsten Jahren verlagert werden. Außerdem wurde Budnikowsky ein benachbartes Grundstück zum Kauf an Hand gegeben, das seit langem brach liegt und der Stadt gehört. Im Rahmen des notwendigen Planverfahrens fand am 17. Juni eine öffentliche Plandiskussion im Bürgersaal statt.

Meine Fraktion hat schon lange auch gegenüber der Fachbehörde dafür geworben, dass hier eine Wohnbebauung unter Einbeziehung des Nachbarn Budnikowsky stattfindet. Nur so kann vermieden werden, dass es zu doppelten Erschließungen für das Firmengelände und die zukünftigen Wohnungen kommt. Darum freuen wir uns umso mehr über die Aussicht auf ca. 170 neue Wohnungen und die Festigung des Stammsitzes von Budnikowsky an dieser Stelle. Weiterlesen

Impulse für Eilbek – Entwicklung statt Leerstand

Eilbek ist für seinen Bezirk Wandsbek städtebaulich, mit seiner innerstädtischen Anbindung und mit seiner sozialen Struktur ein prägender und wichtiger Stadtteil. Energetische und bauliche Sanierungsstaus lösen sich allmählich auf und die Attraktivität als Alternative zu anderen Wohnstandorten, auch für Studenten, steigt zusehends.

Problematisch ist die Entwicklung an der Wandsbeker Chaussee (B75), die den Stadtteil in Nord und Süd teilt. Strukturelle Umbruchprozesse haben in den letzten Jahren vermehrt zu Leerstand und unausgewogener Nutzung geführt, wo früher ein vielfältiges und im direkten Umfeld gut angenommenes Einzelhandelsangebot bestand.

Daher scheint es sinnvoll zu sein, im Dialog mit den Eilbekerinnen und Eilbekern, den Geschäftsleuten des bestehenden Einzelhandels und Netzwerken von Akteuren der Stadtplanung in Hamburg nachhaltige Impulse zu setzen und Entwicklungspfade zu konzipieren.  Weiterlesen