Rainer Schünemann

Berichte aus der Bezirksversammlung Wandsbek

Bebauung am Buchenkamp nur mit weiterer Bürgerbeteiligung

buchenkampAm 23. September fand in der Volksdorfer Räucherkate die dritte Bürgerveranstaltung zur geplanten Bebauung am Buchenkamp statt. Veranstalter war die Ökologische Wohnungsbaugenossenschaft, der das Gelände gehört.

Mein Eindruck war, dass es auch bei der dritten Veranstaltung noch viel Abstimmungs- und vorallem Informationsbedarf gab. Beispielsweise schien nicht klar zu sein, dass die Bezirke landwirtschaftliche Flächen nach einem politischen Beschluss mit einem neuen Planrecht versehen und als Wohngebiet ausweisen können.
Wenn dabei der Wert des Grundstückes steigt, kann der Planungsbegünstigte in Hamburg bislang nur begrenzt dazu verpflichtet werden, den entstandenen Gewinn für Maßnahmen einzusetzen, die direkt dem Gemeinwohl dienen. Zum Beispiel können ihm die Kosten für die Erstellung von Planzeichnungen und Gutachten auferlegt werden. Naturschutzbedingte Ausgleichsmaßnahmen muss er sowieso übernehmen und auch weitere Maßnahmen z.B. für die Erschließung oder soziale Infrastruktur können mit ihm vereinbart werden.
Außerdem haben wir als Vorgabe einen Mindestanteil von 30 % geförderten Wohnungsbau festgelegt und gewährleisten damit einen beträchtlichen Anteil günstigen Wohnraums. 

Weitere Rahmenbedingungen, die von SPD und Grünen als Koalition formuliert wurden, sind eine Anzahl von ca. 60 Wohnungen und eine straßenparallele Bebauung. Wie in der Veranstaltung mit einer ersten Skizze verdeutlicht wurde, sind 60 Wohnungen durchaus verträglich realisierbar.
Zur straßenparallelen Bebauung haben wir nun einerseits erfahren, dass sich auf der nördlichen Fläche eine eiszeitliche Rinne befindet, die die Landschaftsplaner des Bezirksamtes gern freihalten würden, und andererseits, dass die anwesenden Bürger und die Genossenschaft sich eher eine Bebauung vorstellen konnten, die sich auf das Umfeld des Ferckschen Hofes konzentriert. Damit soll im nördlichen Bereich der Zugang zur Landschaft erhalten bleiben und zum Beispiel durch Wohnhöfe nachbarschaftliche Bezüge besser ermöglicht und der dörfliche Charakter gestärkt werden. Die Platzierung der Gebäude wird also sicherlich noch einmal zu überprüfen sein.

Nach der Bürgerveranstaltung wird die Genossenschaft ihre Planung nun überarbeiten und dann werden wir entscheiden, in welcher Form wir den Beteiligungsprozess fortsetzen, um die Vorstellungen der Anwohnerinnen und Anwohner vor dem Hintergrund der grundsätzlichen politischen Entscheidung hier zu bauen, bestmöglich einbeziehen zu können. Der Dialog zur Bebauung am Spechtort ist dafür ein sehr gutes Beispiel.

Erst dann wird das Bebauungsplanverfahren mit seinen weiteren gesetzlich vorgesehenen Beteiligungsformen begonnen.

Hamburg benötigt dringend Wohnraum, damit Wohnen bezahlbar bleibt. Das geht nicht nur mit der Verdichtung von Bereichen mit Geschosswohnungsbau wie in Eilbek oder Bramfeld. Auch die äußeren Stadtteile müssen sich an dieser Aufgabe in Maßen beteiligen. Vor dem Hintergrund sind wir sehr zuversichtlich, dass wir hier im Dialog eine Bebauung realisieren können, die sich einfügt und die von den Anwohnern angenommen wird. Wir könnten uns auch vorstellen, dass man an dieser Stelle die Gelegenheit der nahen U-Bahn und des Landschaftsrandes nutzt, um besondere ökologische, energetische und verkehrliche Konzepte umzusetzen. All das gilt es jetzt weiter zu entwickeln.

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