Weiter Streit um Brückenbau in Hamburg Die Ernst-Albers-Brücke in Marienthal, die 1935 zusammen mit der A24 erbaut wurde, war eine wichtige Wegverbindung zwischen Marienthal und Horn. Mitte 2010…"/>

Rainer Schünemann

Berichte aus der Bezirksversammlung Wandsbek

Die Ernst-Albers-Brücke fehlt!

Die Ernst-Albers-Brücke in Marienthal, die 1935 zusammen mit der A24 erbaut wurde, war eine wichtige Wegverbindung zwischen Marienthal und Horn. Mitte 2010 wurde die Fußgängerbrücke vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) abgerissen, weil sie zum einen stark renovierungsbedürftig und zum anderen nicht barrierefrei war.
Seitdem müssen die Marienthaler weite Umwege in Kauf nehmen. Da es weder einen Bürgersteig noch Fahrradweg gibt, ist der Umweg über den engen Derbyweg auf der Horner Seite gerade für Kinder gefährlich. Zudem fehlt der Lärmschutz an dieser Stelle, denn ohne die neue Brücke kann die Lücke nicht geschlossen werden.

SPD-Antrag Ernst-Albers-Brücke

Eine Grundinstandsetzung der Ernst-Albers-Brücke über die A24 und zusätzliche Lärmschutzwände hätten durch den LSBG längst errichtet werden sollen. Doch aufgrund der Klage einer Anwohnerin, die ihre Privatsphäre durch die höher gelegene Brücke beeinträchtigt sieht, aber auch eigene Alternativplanungen vorgelegt hat, ruht das Bauprojekt nun. Für die Marienthaler, die schon seit Jahren auf den Neubau der Ernst-Albers-Brücke warten, sind die Verzögerungen durch das anhängige Gerichtsverfahren äußerst ärgerlich.

 

Mit einem am 19. September beschlossenen Antrag der Wandsbeker SPD-Fraktion wird die Hamburger Fachbehörde nun aufgefordert, die angebotene Alternative noch einmal neu zu bewerten und sich mit der Klägerin zu einigen, damit die Brücke und die Lärmschutzwand möglichst schnell gebaut werden können.

Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht hat im April dieses Jahres die Plangenehmigung vom 28. Februar 2011 für die Grundinstandsetzung der Ernst- Albers-Brücke über die A 24 für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt. Begründung: Die Abwägung der möglichen Alternativen war mangelhaft. Die Revision wurde nicht zugelassen. Dagegen hat die BWVI (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eine Nichtzulassungsbeschwerde erhoben.

Die Klägerin hat eine eigene Alternativplanung vorgelegt, die die Rampe nicht entlang des betroffenen Privatgrundstücks, sondern in wesentlichen Teilen westlich an der Autobahn entlang führt.
Dies wäre aufgrund der Gebietsausweisung des Bebauungsplans Marienthal 27 jedoch nicht zulässig. Dort ist Reines Wohngebiet vorgesehen und Nebenanlagen sind ausgeschlossen. Wenn man dennoch eine Befreiung erteilte, könnte diese von anderen Anwohnern möglicherweise ebenfalls wieder beklagt werden.
Der Ankauf des für die Alternativplanung notwendigen Grundstücks entlang der Autobahn könnte darüber hinaus zu weiteren zeitlichen Verzögerungen führen, da entsprechende Umplanungen, eine Baugrunduntersuchung, Kampfmittelsondierungen und die Eigentumsübertragung notwendig wären.

Die große Resonanz der Anwohner auf unsere Initiative zeigt, wie dringend es ist, dass der gordische Knoten hier endlich durchschlagen wird. Die Brücke hätte schon im Frühjahr 2011 stehen können. Der bevorstehende Gang durch die Instanzen würde noch weitere Jahre dauern. Das wäre für das ganze Wohnquartier eine immense Belastung. Darum setzen wir uns dafür ein, dass die Gespräche über einen außergerichtlichen Kompromiss schnellst möglich wieder aufgenommen werden.

Kategorie: Regionales, Verkehr

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*